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Kreuzfahrt Kongress: mein Schiff, dein Schiff, kein Schiff?

Kreuzfahrt Kongress: mein Schiff, dein Schiff, kein Schiff?

Der sechste Kreuzfahrt Kongress in Hamburg mit spannenden Themen wie dem ungebremsten Wachstum einer Branche, den Argumenten der Kritiker und dem wachsenden Gedränge in den Häfen der Destinationen. Es kommen weitere Schiffe in Fahrt, aber ist tatsächlich für jeden etwas dabei?

 

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Wybcke Meier, TUI Cruises: Wie bekommen wir die Menschen an Bord? Foto: MORE THAN CRUISES

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6. Kreuzfahrt Kongress: Empire Riverside Hotel Hamburg   Foto: MORE THAN CRUISES

 

Die gute Nachricht vom 6. Kreuzfahrt Kongress in Hamburg: Der Boom hält an. 1,8 Millionen deutsche Kreuzfahrgäste waren in diesem Jahr auf den Meeren unterwegs. 6,6 Millionen sind es in Europa. Tendenz steigend. Nach wie vor beobachten die Reedereien, dass die teuersten Kabinen zuerst gebucht werden. „Im Jahr 2020 wird der deutsche Markt drei Millionen Passagiere zählen“, schätzt Wybcke Meier, CEO, TUI Cruises. Die sympathische Helgoländerin erinnerte daran, dass auf der anderen Seite 71 Prozent der Bundesbürger finden: Kreuzfahrt – #notforme. Nee, das ist nichts für mich.

Die Cruise-Abstinenzler haben ihre Gründe: Sie bevorzugen andere Reiseformen, fühlen sich nicht angesprochen, wollen nicht in einer Sardinenbüchse reisen oder sind davon überzeugt, dass es auf einem Schiff kreuzlangweilig zugeht. Auch das Klischee, Kreuzfahrten seien etwas für betuchte Best Ager, hält sich hartnäckig. 32 Prozent der Befragten lehnen Kreuzfahrten aus ökologischen Gründen ab. Und zwölf Prozent ist der Gedanke peinlich, ihre Freunde könnten erfahren, dass sie mit einem Vergnügungsdampfer unterwegs gewesen seien. Der große Schlüssel, dies zu ändern: Alle Erstfahrer sollten an Bord mit besonderer Aufmerksamkeit bedacht werden, betonte Wybcke Meier.

 

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Längst nicht alle Urlauber träumen von einer Kreuzfahrt.           Foto: MORE THAN CRUISES

 

Auch Karl J. Pojer, Chairman des Leadership Council des Kreuzfahrtverbandes CLIA Deutschland, schlug nachdenkliche Töne an: Die Branche habe ein großes Stück Arbeit vor sich. Der Fachkräftemangel, das Overcrowding in den Destinationen oder auch der Dialog mit den Kritikern in Sachen Umwelt müssten gemeinsam angegangen werden. Die Reedereien hätten eine Verantwortung gegenüber den Destinationen, die immer mehr beansprucht werden und dem Ansturm kaum mehr gewachsen seien. Wie viel Authentizität bekommt der Gast noch geboten? „Die Branche muss erkennen, dass sie sich auch selbst regulieren muss“, so Pojer. Und das, obwohl die 24 Millionen Kreuzfahrgäste unter den weltweit 1,2 Milliarden Urlaubern gerade mal zwei Prozent ausmachen. „Wir sind nur ein kleiner Goldfisch im weltweiten Tourismusgeschäft“, sagte Pojer, der auch Vorsitzender der Geschäftsführung von Hapag-Lloyd Cruises ist.

 

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Am Nachmittag des vom Management Forum der Verlagsgruppe Handelsblatt und planet c (Kreuzfahrt Guide) veranstalteten Kongresses drehten sich die Vorträge und Diskussionen um Green Cruising und was die Reedereien für die Umwelt tun. Das Ziel: Feinstaub und Schwefelausstoß reduzieren, weniger CO2 verursachen. Laut Monika Griefahn, Direktorin für Umwelt und Gesellschaft bei Aida Cruises , sind Schiffe, die mit LNG, also mit Flüssiggas fahren oder im Hafen auf Landstrom umstellen, auf einem guten Weg – wie die AIDA prima und die AIDA sol.

 

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6. Kreuzfahrt Kongress in Hamburg   FOTO: MORE THAN CRUISES