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Der Kapitän der AIDA LUNA: Thomas Mey – ein Portrait von MORE THAN CRUISES

Der Kapitän der AIDA LUNA: Thomas Mey – ein Portrait von MORE THAN CRUISES

Thomas Mey ist Kapitän der AIDA LUNA und ein wahres Entertainmenttalent. Mit lockeren Sprüchen und charmantem sächsischen Akzent erobert er sich die Herzen der Gäste – und amüsiert auch die Autorin

 

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„Ich bin ökonomischer Direktor, Richter und Seelsorger“, beschreibt Kapitän Thomas Mey seine Position auf der AIDA LUNA. „Das Schiff ist eine Stadt, da ist immer etwas los. Man wacht früh auf und weiß nie, wie der Tag endet.“ Der 57-jährige Dresdner liebt diese Abwechslung. Und den Kontakt zu seinen Gästen. Neben galantem Smalltalk sieht er es aber auch als Aufgabe, die Passagiere manchmal auf den Boden der Tatsachen zu holen. „Wenn es zu viele Beschwerden gibt, mache ich auch mal eine Ansage.“ General Manager Thomas Knoch grinst und verrät: „Auf der letzten Reise hat er gesagt: ‚Sie haben hier kein Alpenhotel gebucht.’“

Auf der letzten Reise herrschte aber auch Ausnahmezustand: Wegen der beiden Hurricanes „Matthew“ und „Nicole“ musste Kapitän Mey das Schiff umrouten. 18 Meter hohe Wellen auf dem Atlantik zwangen die AIDAluna auf einen neuen Kurs. „Mit der Natur legt man sich besser nicht an.“ Mit den Passagieren aber auch nicht. Ihnen erklärt Kapitän May daher auch gerne ganz genau, was los ist. Der deutsche Gast weiß, was er will. Und Abwechslung gehört definitiv dazu. „Deswegen sind unsere Routen inzwischen deutlich vielfältiger und reichen von drei bis 21 Tagen Länge.“

„Eigentlich war für mich schon in der dritten oder vierten Klasse klar, dass ich zur See fahren will“, sagt May. In der achten Klasse habe er dann schon den Weg mit einer Bewerbung zum Matrosenberuf eingeschlagen und später auch als junger Nautischer Offizier auf den Frachtschiffen der Deutschen Seereederei angeheuert. Als AIDA 1996 den Dienst aufnahm, war er neugierig und wollte das Leben auf einem Kreuzfahrtschiff ausprobieren. Nur mal für ein halbes Jahr. „Irgendwie bin ich dann dabei geblieben“, lacht May, der im kommenden Jahr sein zehnjähriges Jubiläum als Kapitän der Kussmundflotte feiert. „Seefahrt fetzt eben.“

Meist ist er mit der AIDA LUNA unterwegs. Klare Lieblingsrouten gibt es für ihn nicht. In der Karibik gefalle es ihm gut, schon allein wegen der Temperaturen und der kurzen Ansteuerungszeiten zu den Liegeplätzen der Schiffe im Hafen. Auch wenn es auf St. Maarten in der Hochsaison schon mal voll werden kann. „Da liegen die Kreuzfahrer dann wie eine Wand vor der Einfahrt.“ Die schönsten Hafeneinfahrten der Welt? Vom Stadtbild her punkten New York, Rio, Sydney und Malta. Landschaftlich liegen Ushuaia und die norwegischen Fjorde ganz weit vorne.

„Kapitän ist eigentlich ein ganz einfacher Job: Ablegen – anlegen – hinlegen“, scherzt Mey. Aber meist sei es nicht ganz so einfach, „der Alte“ zu sein, alle Entscheidungen selbst treffen zu müssen. „Der Job besteht zu 50 Prozent aus Wissen und zu 50 Prozent aus Erfahrung“, sagt May. Wie erholt er sich vom 24-Stunden-Job? Zuhause fährt er gern seine Harley aus oder sieht den Flussschiffen beim Anlegen in Berlin-Köpenick zu, seiner Wahlheimat. Mey liebt das Wasser auch in seiner Freizeit, er hat ein Standup-Paddling-Board und ein „Paddelboot mit Seele“. Ein 45 Jahre alter Klassiker. „Damit würde ich gern mal von Leipzig nach Berlin paddeln“, sagt er und lacht. „Aber da fehlt leider noch ein klitzekleines Stückchen Kanal…“

 

 

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