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Hafenstädte gemeinsam entdecken – Barcelona mit Kind

Hafenstädte gemeinsam entdecken – Barcelona mit Kind

Quer durch Barcelona mit Kindern – ein Vergnügen? Auf jeden Fall, denn in der katalanischen Metropole entdeckt der Nachwuchs viel Spannendes.

 

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Ein Reise-Tipp von Kerstin Walker (Text und Fotos)

 

Mit dem Fahrrad durch die Stadt

Eine Möglichkeit, möglichst viel von dieser tollen Stadt zu sehen ist per Fahrrad. Wer ältere Kinder hat (ab 8 Jahren), mietet einen Drahtesel an einer öffentlichen Leihstation oder – Beratung und Tipps inklusive – in einem Bike Rental Store. Barcelonas Zentrum ist ganz gut mit Radwegen ausgestattet: Eine spannende Sightseeingtour mit Kindern beginnt am Meer, in Barceloneta. Eine Weile radelt man auf der breiten Promenade am Strand entlang, die gewaltige Segel-Silhouette des W-Hotels im Rücken. Nach wenigen Kilometern kommt man zum Port Olimpic mit der  Skulptur eines schimmernden, gut 30 Meter langen Kupferfischs, die Architekt Frank Gehry entwarf. Dann geht es über die Carrer de la Marina in die Stadt. Zur Rechten leuchtet unübersehbar der Torre Agbar, ein 142 Meter hoher Turm, der wegen seiner Form die Gurke genannt wird. Die schillernde Glasfassade entwarf der Franzose Jean Nouvel. Weiter geht es zu Antoni Gaudís weltberühmter Kirche „Sagrada Familia“ dem Wahrzeichen Barcelonas.

 

Sagrada Familia

Leider ist die Warteschlange vor der „Sagrada Familia“ Barcelonas schönster Kirche, immer endlos lang, und kein Kind mag warten. Schon gar nicht, wenn es heiß ist. Familien sollten also unbedingt ein Online-Ticket erwerben, wenn sie Gaudís Prachtwerk mit den vielen Türmen und den fantastischen bunten Fenstern von innen sehen wollen. Übrigens wird erzählt, dass der Künstler Gaudí Gipsabdrücke von lebenden Hühnern und Tauben anfertigen ließ, um sie möglichst naturgetreu an der Außenfassade abzubilden.

Von der Kirche steuert man allmählich wieder Richtung Meer, bis man durch den fantastischen Arc de Triomf radelt, der gleich beim Zoo liegt. Reine Fahrdauer bei entspanntem Tempo ca. 2 Stunden.

 

Picasso Museum

Ein Museum ist nichts für Kinder? Vielleicht doch, denn Picassos Stil wird von vielen als spannend empfunden. Der Künstler verbrachte viel Zeit in Barcelona, und es war sein Wunsch, hier ein Museum für seine Arbeiten zu errichten. 1963 war es so weit: Das Museum zog in einem wunderschönen Gebäude in der Altstadt ein. Es zeigt Selbstporträts des Malers, sowie berühmte Werke wie den Harlekin, den Zwerg oder die Bilderserie mit Tauben. Müde Betrachter können auf den Bänken inmitten der Räume ausruhen, und dabei weiter schauen. Anschließend ist ein Bummel durch die umliegenden Altstadtgässchen genau das Richtige.

 

In-Viertel El Gòtic 

Verwinkelte Gassen, bunte Gemüsehändler und Bäckereien, schicke Boutiquen, Tapas-Restaurants und quirlige Plätze mit kleinen Cafés – das In-Viertel El Gòtic ist voller Gegensätze und deshalb so liebenswert. Hier leben viele Familien, und nur wenige Autos verirren sich in die engen Häuserschluchten. Es gibt viel zu gucken, und an jeder Ecke wartet eine andere Köstlichkeit darauf, probiert zu werden. Auf Plätzen wie der Placa de George Orwell treffen sich die Einheimischen. Sie lachen und reden, und ihr Nachwuchs tobt mit den Kindern einiger Touristen auf dem Spielplatz nebenan. Besonders lecker sind die vegetarischen Burger und Frühlingsrollen in der Bar Vegetalia. Ein Blick hinauf, an den bunten Häuserfassaden entlang, lohnt sich. Die Gebäude mit ihren bunten Blumenkästen und winzigen, verschnörkelten Balkonen stammen teilweise aus dem 14. und 15. Jahrhundert.

 

 

Park Güell

Fantasievolle Säulen, gewellte Bänke mit Mosaiken, riesige Drachen aus Stein und grüne Papageien, die in den Palmen sitzen und zetern: eine Märchenwelt? Irgendwie schon. Der von Antoni Gaudí Anfang des 20. Jahrhunderts über der Stadt angelegte Park ist für Kinder und Erwachsene ein Erlebnis. Ursprünglich sollte Gaudí im Auftrag seines Förderers Eusebio Güell dort eine Wohnsiedlung errichten. Der Künstler stellte allerdings nur drei Häuser fertig. Für seine außergewöhnlichen Jugendstilbauten und Mosaike verwendete er allerlei Fundstücke: Vor allem bunte Tonscherben, die er auf dem Gelände der ausgedienten Keramikfabriken in der Umgebung fand. Die Besichtigung der großen Terrasse und des Gaudí-Museums ist zurzeit nur gegen Eintritt möglich. Tipp: unbedingt online Karten besorgen, denn die Warteschlangen vor Ort sind endlos.

 

Aquarium

Der Abstecher ins kühle Aquarium in Barceloneta ist nach einem Tag am Stadtstrand, der gleich daneben liegt, ein absoluter Genuss. In den Aquarien sind Seepferdchen in allen Größen zu sehen, dazu putzige Pinguine und gefährlich dreinschauende Muränen. Der 80 Meter lange Acryltunnel unter dem großen Hai- und Rochenbecken aber ist die größte Attraktion. Die bis zu drei Meter langen Fische ziehen ihre Bahnen direkt über den Köpfen der Besucher.


 

Fahrradverleih

Green Bikes

Placa de George Orwell, für rund 1,50 Euro/Stunde. Auch Helme können geliehen werden.

Aquarium

http://www.aquariumbcn.com/

Tipp: Karten unbedingt online kaufen. Das ist günstiger, und es gibt ein Familienpaket für 2 Erwachsene und 2 Kinder zu 59 Euro.

Picasso Museum

Geöffnet Dienstag bis Samstag von 9 bis 19 Uhr, Eintritt 14 Euro, Kinder bis 18 Jahre frei.

www.museupicasso.bcn.cat/en/

Park Güell

Erwachsene 7 Euro, Kinder von 7 bis 12 Jahren 4,90 Euro, darunter frei. Im Sommer täglich von 10 bis 20 Uhr.

www.parkguell.cat/

Sagrada Familia

Kinder bis10 Jahre haben freien Eintritt, Studenten 8,80 Euro, Erwachsene 14,80 Euro.

Carrer de Mallorca, 401, geöffnet von 9 bis 20 Uhr.

http://www.sagradafamilia.org