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Der Kapitän der AIDA PRIMA: Detlef Harms – ein Portrait von MORE THAN CRUISES

Der Kapitän der AIDA PRIMA: Detlef Harms – ein Portrait von MORE THAN CRUISES

Der Kapitän der AIDA PRIMA: Detlef Harms. Wir haben das besondere Glück, den Kapitän auf seiner Brücke besuchen zu dürfen (was ein Ort!) – ein Portrait von MORE THAN CRUISES

 

Kapitän Detlef Harms, AIDA prima. Besuch und Interview auf der Brücke mit MORE THAN CRUISES

Kapitän Detlef Harms in seinem neuen Reich: Fast 50 Meter misst die Brücke der AIDA PRIMA. Man habe darüber nachgedacht, Rollschuhe auszugeben. Das allerdings ist arbeitsrechtlich nicht gestattet. Foto: MORE THAN CRUISES

 

„Seit kurzer Zeit haben wir auch Kultur am Arbeitsplatz“, sagt Kapitän Detlef Harms, und ein leichtes Lächeln umspielt seine Mundwinkel, „in Form von Pflanzen.“ Jetzt lacht er so ein typisches, trocken-norddeutsches Lachen. Detlef Harms hat uns eingeladen, seinen neuen Arbeitsplatz zu besichtigen. Es ist ein besonderes Privileg, das nicht vielen zuteil wird. Und wir betreten die Brücke der AIDA PRIMA mit viel Neugier und einer gehörigen Portion Respekt. Die Brücke ist riesig, misst von einem zum anderen Ende etwas mehr als 50 Meter. „Wenn Sie 50 schreiben“, sagt Harms, wieder dieses Lächeln, „dann ist das schon korrekt.“

Die Brücke der neuen AIDA PRIMA präsentiert als ein weiter, unfassbar aufgeräumter Ort. Braun-weiß-gestreifter Teppich, blau verkleidete Technik und Fenster. Vier große Kommando-Sessel stehen in der Mitte, eine für den Laien eher unübersichtliche Phalanx von Monitoren zeigt die aktuelle Position an, den Kurs, die Geschwindigkeit, den Zustand des Schiffes, Kamera-Bilder verschiedener Bereiche. Wir sehen Joysticks, mit denen gesteuert wird, wenn nicht der Computer den Kurs hält, eine Kaffeemaschine, diverse Wetterkarten und zwei Pflanzen. Wer zwischen ihnen steht, und noch jung genug ist für die Berufswahl, der kann eigentlich nur den Wunsch haben, Kapitän zu werden. Ein majestätischer Ort – vor einem das aufgeräumte Vorschiff der AIDA PRIMA. Das sanft wogende Meer. Der Horizont. Was ein Himmel!

Wie ist er hierher gekommen? Fünf Jahre hat Detlef Harms auf Frachtern gearbeitet. Dann entdeckte er die Kreuzfahrt für sich. Harms nennt sich selbst ein Aida-Urgestein, die Reederei hieß noch nicht einmal so, als er angefangen hatte für sie zu arbeiten. Seit 2007 besitzt er das Kapitäns-Patent. AIDA PRIMA ist das erste Schiff, dessen Taufe er begleitet. Seit Ende Februar ist er an Bord. Man glaubt ihm, dass er die Testfahrten eher nüchtern gegleitet hat. Ein Schiff ist kein Auto. Es geht um technische Parameter, die wichtig sind: Wie viele Meter braucht es, das Schiff von voller Fahrt auf Stillstand zu bringen (erstaunlich wenige 1.500 Meter)? Wie groß ist der Wendekreis (geringer als bei den bisherigen Aida-Schiffen)? Wie sehr kränkt das Schiff bei einem Ausweichmanöver in voller Fahrt? „Natürlich kommt es zu einer starken Neigung. Aber die fiel mit acht bis neun Grad deutlich geringer aus als ich erwartet hatte. Unseren Gästen“, wieder dieses Lächeln, „wollen wir das dennoch ersparen.“

Zum Schluss sprechen wir noch ein wenig über das neue Berufsbild „Kapitän“. Dass der früher eher ein einsamer Entscheider war. Heute gehöre man zum Erscheinungsbild des Schiffes. Detlef Harms hat sich daran gewöhnt, dass er immer angesprochen wird, wenn er sich in den öffentlichen Bereichen bewegt. Dass man um ein Foto mit ihm bittet. Und dass viele Gäste ein „Selfie“ mit ihm machen. Auch das Posieren für den Fotografen gehört zum Beruf. Der Kapitän der AIDA PRIMA zeigt sich geduldig und professionell. Beim Abschied fällt uns dann doch noch eine Frage ein. Wie fährt sich das Schiff eigentlich? „Wegen seiner Länge liegt es sehr ruhig und geht gut durch die Wellen. Einen Unterschied durch die Bugform kann ich nicht feststellen.“ Wieder dieses Lächeln. „Auch diese Aida küsst die Wellen.“