Kreuzfahrthäfen

Kreuzfahrt-Metropole Hamburg: Schiffe, Lifestyle, Schmuddelwetter

Kreuzfahrt-Metropole Hamburg: Schiffe, Lifestyle, Schmuddelwetter

Kreuzfahrt-Metropole Hamburg: Schiffe, Lifestyle, Schmuddelwetter. Die „Perle“ an der Elbe verfügt über drei Kreuzfahrtterminals und viel Lebensart – im Hintergrund der Containerhafen, im Vordergrund die Landungsbrücken und über alles ragt der Michel

 

Hamburger Hafen. ©Susanne Baade, The Smiling Moon

Traumhaft kitschig – Fähranleger am Fischmarkt und der Sonnenuntergang. ©Susanne Baade/The Smiling Moon

 

LAGE

Hamburg verfügt an der Elbe über drei Kreuzfahrtterminals. 2015 fertiggestellt wurde das Terminal Hamburg-Steinwerder im Kaiser-Wilhelm-Hafen. Im Bereich der so genannten Süderelbe, überwiegen Industrieflächen, die zum Teil brach liegen. Vorteil: Es gibt viel Platz, einen rund 500 Meter langen Kai und Stellflächen für rund 1.500 Pkw. Nachteil: Es ist nicht gerade der beschaulichste Teil Hamburgs. Eine Autovermietungen vermietet Fahrzeuge (ca. 50 Euro pro Tag), Taxen (eine Fahrt ca. 30 Euro) bringen in die Innenstadt. Auch Busse und Fähren (die 9-Uhr Gruppenkarte kostet 11,60 Euro und gilt für bis zu fünf Personen für einen ganzen Tag im Netz des HVV) shuttlen zur anderen Elbseite.

Etwas älter ist das CruiseCenter Hafencity im Grasbrook-Hafen. Um dieses Kreuzfahrtterminal wächst das neue Viertel Hafencity mit luxuriösen Wohnungen, Restaurants und Shoppingmöglichkeiten. Die Hamburger kommen selbst gerne zum ‚Schiffspotting‘ her. Die U-Bahnlinie U4 verbindet das Viertel mit der Innenstadt und dem Hauptbahnhof, von da geht es per S-Bahnline S1 zum Flughafen.

Der dritte Kreuzfahrtterminal liegt in Altona, ein westlicher Stadtteil Hamburgs, der bis 1938 eine eigene Stadt war. Das Terminal hat eine Dachterasse mit schönem Blick über den Hafen und den nahen Fischmarkt mit seinen vielfältigen, gastronomischen Angeboten. Vom Terminal fährt man mit dem Bus 111 zum Bahnhof Altona oder in die Gegenrichtung auf die Reeperbahn bzw. zu den Landungsbrücken. Von hier aus bildet die S-Bahn Linie 1 eine Verbindung zum Flughafen.

 

ÜBERNACHTEN

Der Klassiker für Kreuzfahrer ist das Fünf Sterne Superior-Hotel Atlantic an der Außenalster. Das Gebäude steht inzwischen unter Denkmalschutz, es wurde usprünglich für die Passagiere der Hamburg-Amerika-Linie gebaut. Als ein Hamburger Dauergast hat sich Udo Lindenberg seit vielen Jahren in einer Suite hier eingemietet. Die Shoppingmöglichkeiten der Innenstadt befinden sich nur wenige Gehminuten entfernt. Von der direkt vor der Haustür gelegenen Binnenalster kommt man zur Außenalster – die Ufer des Hamburger Stadtsees teilen sich Spaziergänger, Radfahrer und Jogger.

Etwas außerhalb, im grünen Stadtteil Nienstedten, der früher zu Dänemark gehörte, liegt das kleine Luxus-Hotel Louis C. Jacob. Mit typischem norddeutschen Charme ist hier ein wunderbares Refugium geschaffen worden. Von vielen Zimmern hat man einen einen herrlichen Blick über die Elbe, genauso von der Lindenterrasse, deren Ausblick schon den Maler Max Liebermann inspirierte. Wir empfehlen einen der hervorragenden Eiscafés oder die selbstgemachten Limonaden des Hauses. Der Besuch der beiden hauseigenen Restaurants sei vor allem Gourmets empfohlen, „Jacobs Restaurant“ hat aktuell zwei Michelin-Sterne. Die An- und Abreise organisert das Hotel mit einem Abholservice.

Moderner Luxus erwartet die Gäste im Designhotel The George. Es hat den Artikel ‚The‘ in Namen, weil es nicht irgendein, sondern das einzigartige Hotel namens George sein möchte. Die Inneneinreichtung ist britisch Modern, mit stilvollen Dining-, Club- und Library-Räumen. Passend dazu hängen in den Zimmern Portraitfotos britischer Stars und Sternchen wie Twiggy oder Emma Peel. Die Gastronomie des Hotels kombiniert eine Mischung aus italienischer Kochkunst und britischer Tee- und Barkultur. Direkt vor der Haustür liegt für ruhige Sparziergänge die Außenalster auf der einen Seite – und für Shoppingausflüge in ausgefallene Boutiquen oder Abstecher in Szenebars das Szeneviertel St. Georg.

 

 

SIGHTSEEING

Der Hamburger Hafen ist eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Von den Landungsbrücken bieten verschiedene Reedereien Rundfahrten durch die Backsteinbauten der Speicherstadt, zu den herrschaftlichen Häusern an Binnen- und Außenaster und natürlich den Kränen im Containerhafen an.

Von Hamburg in die Alpen, nach Amerika und Skandinavien geht es ganz schnell im Miniaturwunderland. Auf mehr als 1.300 Quadratmetern sind rund 13.000 Meter Gleise, 930 Züge, 3.660 Brücken und Häuser und 215.000 Figuren verbaut. Wer ganz genau hinschaut, entdeckt das Liebespaar im Kornfeld, außerirdische Basketballer und das Schokoladenwerk, das tatsächlich essbare Schokolade produziert. Führungen hinter die Kulissen ermöglichen einen Einblick in die Arbeitsweise der Modellbauer, die Technik und Blicke auf die Ausstellungsbereiche, die sonst nicht einsehbar sind.

Für Schwindelfreie und Sportliche ist der Aufstieg auf den Hamburger Michel ein guter Tipp. Von hier oben sieht die Stadt auch fast aus wie im Miniaturwunderland: Der Blick reicht über die Innenstadt bis zum Hafen. Eine kleine Bar direkt unter der Aussichtsplattform versorgt Besucher im Winter mit Glühwein und im Sommer mit Erfrischungsgetränken.

Hamburgs Hafengelände wechselt von Viertel zu Viertel sein Gesicht: An den Landungsbrücken geht es trubelig zu, es gibt leckere Fischbrötchen zu essen und große Segelschiffe wie die Rickmer Rickmers zu besichtigen. Die moderne Hafencity wächst von Tag zu Tag und es finden immer zahlreichere Boutiquen und Restaurants hier ihre Heimat. Die Elbphilharmonie thront an dem einen Ende der Promenade und die Magellan- und Marco-Polo-Terrassen liegen mit zahlreichen Sitzmöglichkeiten liegen direkt am Wasser des anderen Endes. Daran angrenzend beginnt die denkmalgeschützte Speicherstadt. Die historischen Lagerhäuser lassen erahnen, wie früher der Handel mit den Ladungen der Schiffe abgewickelt wurde. Wer etwas tiefer in die Geschichte eintauchen möchte, kann das Gewürz-Museum, Deutsche Zollmusuem oder Speicherstadtmuseum besichtigen.

 

SHOPPING

Die bekannten großen Marken und Läden findet man in Hamburg in der Spitaler- und Mönckebergstraße. Und wenn es regnen sollte, auch in einer der Einkaufspassagen wie der Hamburger Meile, der Kaiser Wilhelm- oder der Europa Passage. Luxuriöser wird es im Alsterhaus und am Großen Wall. Hier haben die großen Designer ihre Stores aber auch kleine klassische Hamburger Boutiquen ihre Ladenfläche.

Stylisch und modern geht es im Schanzenviertel zu, wo sich Boutique an Boutique reiht. Verkauft werden sowohl lokale Hamburger Labels als auch viel skandinavische Mode, Design- und Interiorprodukte. Tagsüber kann man in Cafés wie dem Elbgold hervorragenden Kaffee trinken, abends machen die Bars auf. Das große Gebäude, „Die Flora“, wird nach wie vor besetzt und ist ein Denkmal der stetigen Streiterei zwischen der Stadt und alternativ gesinnten Hamburgern. Auf dem Platz vor der Flora spielen in den Sommermonaten häufig Straßenkünstler. Dann kauft man sich an einem der Kioske ein Bier und eine bunte Tüte Gummibärchen und genießt das kostenlose Open-Air Konzert.

 

ESSEN UND TRINKEN

Als „spektakulärste Neueröffnung“ bezeichnet der Guide Michelin das Restaurant The Table von Küchenchef Kevin Fehling und gab aus dem Stand drei Sterne. Die Gäste sitzen an einem langen, geschwungenen Tisch und werden gleichzeitig zu Beobachtern, weil das leichte und moderne Interior Einblicke in die Küche erlaubt. Der jüngste Drei-Sterne-Koch des Landes kitzelt vielschichtig alle Geschmacksspektren und zaubert durch moderne Interpreation klassischer Gerichte dem Besucher häufig ein überraschtes Lächeln ins Gesicht.

Ohne Stern, dafür unter Verwendung nur regionaler Produkte kocht das Team von Thomas Sampl im Vlet. Dabei kommt keinerlei Langeweile, sondern seltene Gemüsesorten wie Mairüben und Portulak auf den Teller. Viele der Produzenten kennt der Koch persönlich, der sich auch in der Slow Food-Bewegung und bei den Green Chefs engagiert. Das Restaurant liegt mitten in der Speicherstadt in einem liebevoll restaurierten Lagerhaus mit gewölbter Decke, offenen Stahlträgern und roten Backsteinen.

Für die besten Cocktails nach dem Dinner geht es wieder hoch hinaus: Direkt an Anfang der Reeperbahn, im Gebäudekomplex der Tanzenden Türme liegt ganz oben die Rooftop-Bar “heaven’s nest”. Von der rundum verglasten Dachterrasse im 24. Stock kann der nächtliche Trubel auf der Reeperbahn beobachtet werden und der Blick reicht weiter bis zu Elbe, Hafen und Michel. Und wenn es doch etwas zugig wird: Direkt eine Etage darunter befindet sich die Clouds-Bar. Die einzige Schwierigkeit hier – sich für einen der kreativen Cocktails zu entscheiden.